Das Thema Wahrnehmung und Projektion wurde ja in diesem
Thread besprochen. Ich fand diese Textstelle und den entsprechenden Kommentar von Wapnick die das wirklich super beleuchten.
H-17.5:4-9 hat geschrieben:Er [ein magischer Gedanke] besagt in der deutlichsten Form, die es gibt, daß der Geist, der glaubt, er habe einen separaten Willen, der sich dem WILLEN GOTTES widersetzen kann, auch glaubt, daß dies gelingen kann [Sünde]. Daß dies kaum eine Tatsache sein kann, ist offensichtlich.Daß es jedoch als Tatsache geglaubt werden kann, ist gleichermaßen offensichtlich. Und hierin liegt die Geburtsstätte der Schuld. Wer den Platz GOTTES usurpiert und ihn für sich selbst einnimmt, hat jetzt einen »Todfeind« [Angst]. Und er muß allein dastehen für seinen Schutz und einen Schild für sich machen, um sich sicher zu bewahren vor einem Zorn, der niemals beschwichtigt, und vor einer Rache, die niemals befriedigt werden kann.
Kommentar von Ken Wapnick zu obigem Text hat geschrieben:Nun ist diese wahrhaft schreckliche Trias [Anmerkung: Sünde-->Schuld-->Angst] nicht nur eine Illusion, sondern auch eine, die zu einem bestimmten Zweck erfunden wurde. Sie dient der konkreten Absicht des Ego, seine Existenz zu schützen, indem es den SOHN GOTTES erst ängstlich und anschließend geistlos macht. Die Angst vor dem rächenden Zorn GOTTES, erzeugt durch die Schuld des SOHNES aufgrund seines Glaubens an Sünde, führt zum Einsatz der zwei grundlegenden Egoabwehrmechanismen der Verleugnung und Projektion. Es ist in der Tat ein psychologisches Gesetz, daß alles, was verdrängt (oder verleugnet) wird, projiziert werden muß. Ist daher der Schuld durch unseren Glauben, daß die Trennung wirklich sei, erst einmal Wirklichkeit verliehen worden, verdrängt das daraus resultierende Entsetzen den Gedanken, daß wir selbst die Entscheidung der Usurpation getroffen haben, ins Unbewußte, nur damit er anschließend in Form von projiziertem Angriff wieder an die Oberfläche kommt.
Wenn der Angriff gegen einen anderen Körper gerichtet wird, nennen wir das Ärger oder Wut, richtet er sich gegen unseren eigenen Körper, nennen wir das Krankheit. Da wir der Schuld Wirklichkeit verliehen haben, sind Ärger oder Wut und Krankheit unglücklicherweise die beiden einzigen Alternativen, die uns offenstehen: Greife ich an, oder lasse ich mich von etwas (oder jemandem) angreifen? Es ist dieser Wirkungszusammenhang von Verleugnung und Projektion – hinter dem sich das Bedürfnis verbirgt, unsere Schuld (oder unseren Selbsthaß) außerhalb von uns wahrzunehmen –, der kollektiv die Ursache des physischen Universums ist. Auf der individuellen Ebene drückt sich dieser Wirkungszusammenhang in der Geburt des konkreten Körpers aus – des unseren und desjenigen anderer –, der zum Gegenstand des verleugneten und projizierten Hasses unseres Geistes wird.
Michael
Happiness is peace in motion, Peace is happiness at rest.