Danke Johannes für dein genauer werden.Johannes hat geschrieben:Danke für deinen Einwand.Erika hat geschrieben:Dieses "Geht es eben nicht!" kann ich nicht erkennen, und in Deinem darauf folgenden Satz sagst Du es ja eigentlich auch: Was gäbe es denn zu vergeben, wenn nicht das "Drehbuchgeschehen"?Johannes hat geschrieben:Die Verwechslung der Ebenen, von der so oft die Rede ist, liegt genau darin: Dass wir glauben, bei Vergebung ginge es um das Drehbuchgeschehen.
Geht es eben nicht!
Bei Vergebung geht es darum, unser Leben hier als reines Drehbuchgeschehen zu enttarnen.
Dann muss ich wohl noch etwas deutlicher werden:
Wir erleben bei vielen Gesprächen mit Kursschülern - ebenso wie auch bei vielen Fragen, die hier im Forum gestellt werden - dass "das Problem" irgendeine Situation zu sein scheint, in der sich der Kursschüler im Moment gerade erlebt.
Um ein einfaches, oft zitiertes Beispiel zu nennen: "Mein(e) Kind (Partner, Arbeit, körperlicher Zustand, Depression) ist so und so. Wie verhalte ich mich so, dass ich dem Kurs nicht widerspreche? - oder Was soll ich tun, damit dies aufhört bzw. sich ändert? - oder Ich weiß nicht, was ich tun soll, Vergebung hilft mir auch nicht, und wenn, dann nur kurz."
Hinter all diesen Fragen liegt die Hoffnung verborgen, dass eine "andere Situation" besser wäre als die, die ich im Moment gerade erlebe (und beklage). Und der Kurs soll mir dabei helfen.
Jedoch ist gerade diese Situation genauso im Drehbuch vorgesehen. Und die Vergebung ist nur mein Anerkenntnis, dass diese Situation eben nur eine Illusion, ein Moment in meiner Drehbuchrolle, die ich hier spiele, ist - und ich in Wahrheit völlig frei davon bin, genauso wie alle, die scheinbar daran beteiligt sind.
Es ist diese Anerkenntnis, die mich befreit - und nicht eine geänderte Situation. Die unbeschreibliche Freude, die mich erfüllt, wenn ich zu begreifen beginne, dass nichts von all dem, was ich hier erlebe, jemals geschehen ist.
Das ist wahre Vergebung. Sie hat nichts mit dem Drehbuchgeschehen zu tun, sondern enttarnt dieses nur als illusionär.
Deshalb heißt es im Kurs: "Die Vergebung ihrerseits ist still und tut ganz ruhig gar nichts." (Ü-II.1.4:1)
Und darin liegt der Frieden, der nicht umsonst FRIEDEN GOTTES genannt wird.
Johannes
Das hilft mir, dass ich auch genauer werden kann. Und warum Helens Satz: "endlich ein Kurs für Intellektuelle" für mich Sinn macht.
Die Vergebung, die Drehbuchidee und so, wie du es in deinen Beiträgen jetzt gut beschrieben hast, IST für mich eine ABSTRAKTE, sprich intellektuelle, sprich etwas GEDANKLICHES auf meine Probleme.
Ich wundere mich mittlerweile nicht mehr, dass ich mit dem Kurs, so wie ich den angewandt habe, nämlich als ABSTRAKTUM, kaum was anfangen konnte. Ich bin zwar nicht der Körper, habe aber einen und bin fest mit dieser Illusionswelt identifiziert. Ich kann den Körper, solange ich hier zu sein glaube, nicht verleugnen. Diese Leib - Geist Spaltung wurde jedenfalls bei mir immer größer und größer. Aber gerade DURCH die Sinneswahrnehmungen kann ich FÜHLEN, dass alle meine Gedanken und Geschichten nicht WAHR sind, sondern nur in meiner Vorstellung existieren. Da hat mir der Prozess des direct pointing sofort geholfen. MIR! Ich sage nicht, dass der Kurs nicht anderen Menschen genau so schnell hilfreich sein kann. Der Gedanke: ich bin kein Körper ich bin Geist hat alles mögliche in mir ausgelöst, das ich dann versucht habe, auch "kurskonform" einzuordnen. Hauptsächlich hat er mich in Verwirrung gestürzt. Was fange ich alsidentifiziertes empfindendes Wesen mit so einem Satz an? Trotzdem ist und war der Kurs ein wichtiger Meilenstein auf meinem Weg: Zu begreifen, dass ich "hier" einfach eine Körpererfahrung mache. Und gerade wenn ich mich auf die Sinne einlasse, kann ich bemerken, dass der Körper eine Vorstellung im Geiste ist. Ich kann das aber nicht FÜHLEN, wenn ich die Kursgedanken und Kurstheorien lese. Weil ich all die Jahr versucht habe, das gedanklich zu erfassen und bei jedem spüren dachte: du solltest gar nix spüren, du solltest gar nicht hier sein. Es ist schwer, das auszudrücken und zu erklären. Wie alles andere ist der Kurs nur ein "Finger, der auf den Mond" zeigt. Obwohl Wapnick sagte, dass der Kurs für einige wenige ist, hab ich mich gleichzeitig davon einlullen lassen, dass er das Tiefste, tiefgründigste, direkteste usw. usf. ist. Ich bin vermutlich zu unreif für den Kurs. Keine Ahnung.
Ich finde es mittlerweile auch gar nicht mehr schlimm, wenn ein Mensch Linderung für körperliche und seelische Pein sucht. Auch da war ich verwirrt: ich kann mit paradoxen Aussagen wie: du bist nicht hier, mach aber alles, was der Doktor dir sagt, einfach nix anfangen. Das stürzt mich in so einen Grübelrausch und ich hab mich auch körperlich noch schlechter behandelt, als ich es eh schon all die Jahre tat. Auch hab ich schon immer zum Grübeln geneigt, aber was das Kursstudium da ausgelöst hat, ist wirklich sowas wie bei dem jungen Mann da in München, der sich ja auch intensiv damit auch durch Bücher beschäftigt haben soll.
Übers Spüren, übers Gewahrsein, was die Sinne mir melden, kann ich jedenfalls am schnellsten Denken, Grübeln, Ideen, Wahnvorstellungen hinter mir lassen. Gut, dann ist das was Weltliches. Nur: Der Kurs ist aber auch weltlich. Überhaupt kommt mir diese Trennung in Geist und GEIST mittlerweile suspekt vor. Ich hab dich von Anfang an gefragt, Johannes, wie es sein kann, etwas in GEIST und Geist zu trennen, und dass ich überhaupt nicht weiß, was das sein soll: Geist. Geist und GEIST - das ist ja Luft schnippeln.
Wenn jemand fragt: und was wäre, wenn du nix mehr wahrnehmen könntest? Nix mehr sehen, hören, riechen, laufen, schmecken, spüren?
Ja, was ist dann? Ist es nicht besser, da alle Spekulationen sein zu lassen und zu sagen: das werd ich dann sehen, wenns soweit ist. Wieso soll ich mir JETZT nen Kopf darüber machen, wenn das eintritt, was der Mensch Tod nennt?? Wieso soll ich drüber nachgrübeln, was nach dem Sterben passiert? Ich kann das schon machen, aber das ist so überflüssig wie ein Kropf. Und gerade durch das SPÜREN, was JETZT ist, lerne ich, solche sinnlosen Gedanken aufzugeben. Ich brauche dazu aber kein so n dickes Buch mit einem Gedankensystem GOTTES. Es ist auch ein Gedankensystem. GOTT IST, und nicht: der Kurs ist.