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Thema: Vergebung im Gespräch  (Gelesen 195 mal)

Offline Verena

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Vergebung im Gespräch
« am: 01. August, 2019 21:24:48 »
Hallo ihr Lieben,

Ich bin mir oft unsicher, wie ich in Gesprächen, in denen mein Gegenüber klagt, mich oder andere verbal angreift, etc. - allgemein stark im "Ego-Modus" ist - reagieren soll. Ich will die Wahrnehmung meines Gegenübers auf keinen Fall durch Zustimmung oder falsches Mitgefühl verstärken, finde es aber auch nicht richtig,  dessen Ausführungen einfach zu ignorieren... Innerlich kann ich der Person vergeben und sie als das sehen, was sie tatsächlich ist. Doch wie gehe ich in der Situation und im Gespräch damit um?

Was macht Ihr in solchen Situationen? Welche Erfahrungen habt ihr damit bereits machen können?

Danke schon mal!

Verena
Verena

Offline karin

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Re: Vergebung im Gespräch
« Antwort #1 am: 02. August, 2019 20:10:52 »
Hallo ihr Lieben,

Ich bin mir oft unsicher, wie ich in Gesprächen, in denen mein Gegenüber klagt, mich oder andere verbal angreift, etc. - allgemein stark im "Ego-Modus" ist - reagieren soll. Ich will die Wahrnehmung meines Gegenübers auf keinen Fall durch Zustimmung oder falsches Mitgefühl verstärken, finde es aber auch nicht richtig,  dessen Ausführungen einfach zu ignorieren... Innerlich kann ich der Person vergeben und sie als das sehen, was sie tatsächlich ist. Doch wie gehe ich in der Situation und im Gespräch damit um?

Was macht Ihr in solchen Situationen? Welche Erfahrungen habt ihr damit bereits machen können?

Danke schon mal!

Verena

Liebe Verena,

der kürzeste Weg, den ich zu einer gewaltfreien Unterhaltung kenne, ist, die Person zu fragen, wie es ihr im Moment in dieser Angelegenheit geht und was sie sich in dieser Angelegenheit wünscht – also: was sie braucht.
Nach der Vergebung mit IHM habe ich innerlich den nötigen Abstand für diese Vorgehensweise.

Wenn Beteiligte über Gefühle und Bedürfnisse sprechen und von sich erzählen, können Gespräche in eine befriedigende Richtung gehen.

Wir haben hier im Forum die Rubrik WUNDERKOMMUNIKATION TOOLS eingerichtet, da könntest du bei CC: Compassionate Communication noch einiges zum Thema finden.


 herz Karin     :meet:



Offline Melanie

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Re: Vergebung im Gespräch
« Antwort #2 am: 02. August, 2019 22:58:46 »
Hallo liebe Verena,
bin ich dazu übergegangen mich selbst in diesen Situationen zu beobachten.
Ich habe aufgehört, zu versuchen mein Verhalten in diesen Situationen zu beeinflussen, sondern ich beobachte, wie ich reagiere und welche Urteile ich in diesen Situationen über die anderen und über mich habe.
Hilfreich ist für mich manchmal ein interessiertes ‚Aha?‘
Oder einfach zuhören ohne darauf zu reagieren.

Alles Liebe.

herz herz herz

Offline karin

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Re: Vergebung im Gespräch
« Antwort #3 am: 03. August, 2019 10:55:11 »
Hier noch ein Bericht aus der Rubrik „WUNDERKOMMUNIKATION TOOLS“ von Otmar nach einer CC-Schulung in Wien:

 :lieben2:

Ich möchte als Einleitung für die traditionelle Nachlese zu J&K-Veranstaltungen vom Vorabend zum CC-Workshop berichten, an dem das monatliche Kurstreffen in Wien stattfand (eigentlich „Wunderkommunikation mit Johannes&Karin“). Hier stimmten wir uns schon auf das Seminar „Einfühlende Kommunikation für Kursschüler“ am Sonntag ein.

"Erstens: Nicken" ... das werde ich mir hoffentlich lange merken.

In welchem Zusammenhang steht CC (Compassionate Communication) mit dem Kurs ? Beschäftigen wir uns bei CC nicht mit dem Geschehen in der Illusion ?
Ich denke, wenn CC rein als Gesprächstechnik verwendet wird, um eigenen Interessen Geltung zu verschaffen, ist die Kritik berechtigt.
Aber Johannes lehrt CC nicht dafür, sondern um unsere innere Einstellung zu schulen und für Verbindung und Vergebung vorzubereiten.
Ungefähr so, wie eine bestimmte Art zu atmen Entspannung fördert, den Geist von Blockaden freihält, und eine andere Art zu atmen sich mit Angst und Panik aufschaukelt (siehe Hyperventilieren).
Obwohl es zur Illusion gehört, atmet jeder Kursschüler, und es kommuniziert auch jeder Kursschüler.

Das eindrücklichste Beispiel für den Nutzen von CC für einen Kursschüler, d.h. für Vergebungsbereitschaft, das Johannes für mich an diesem Vorabend brachte, war:
Wenn uns jemand mit Worten angreift, sind wir geneigt, spontan und unreflektiert die bisher eingelernten Verhaltensmuster für solche Fälle abzuspulen: Gegenangriff, Verteidigung oder Rückzug.
All das bestärkt die Illusion, sind Egostrategien.
Johannes rät, genau das zu durchbrechen, indem man sich angewöhnt, in solchen Fällen als erste Reaktion nur einmal kurz zu nicken.
Warum: Das verschafft uns einen Augenblick des inneren Zurücktretens, sich zu sammeln, sich dem andern zuzuwenden.
Und was dann ? Fortsetzung am Sonntag.
Aber durch dieses Beispiel wird schon klar: Es geht um die innere Einstellung, und zwar um meine innere Einstellung. 

Auf den Punkt gebracht hat es Johannes mit der Bemerkung „Mit dem Nicken verbeuge ich mich vor dem LICHT im Anderen.“