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Thema: Mitleid und Mitgefühl  (Gelesen 3315 mal)

Offline Hannes

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Mitleid und Mitgefühl
« am: 06. September, 2011 15:18:32 »
In Gregors Forum kam vor kurzer Zeit dieses Thema zur Sprache. Dabei wurde zum Teil die Meinung vertreten, dass der Kurs diese Begriffe annähernd synonym benutzt (bei Vergebung und Verzeihung hatte ich ja schon dieses Problem).

Nach meinem Verständnis - ohne mich an einzelne Textstellen zu klammern, eher aus dem Gesamteindruck (was aber wieder ein "Herüberholen" meiner alten Begriffsbestimmungen sein könnte), las ich aber einen deutlichen Unterschied heraus, der vom Mitleid abrät, das Mitgefühl aber wärmstens empfiehlt.

Heute stieß ich in "Die Rose" von U. Michalschek (S. 67) auf zwei mir daher sehr sympathische Definitionen, die ich hier einfach mal als Gesprächsgrundlage einstellen möchte.


zu Mitleid:
"Was ist schlimm daran, dass es mir weh tut, wenn ich manche Menschen leiden sehe? Ich sehe daran nichts Falsches.
Es ist falsch, mein Bruder. Weil du damit zugibst, dass du an dieses Leid glaubst. Dieses Leid existiert in Wirklichkeit aber gar nicht und es ist egal, um was es dabei geht. (...) Wie schwerwiegend das Ereignis auch ist, es ist nicht wirklich geschehen. Hört auf damit, euch von dieser Illusion blenden zu lassen und nichts anderes tut ihr, wenn ihr leidet oder auch nur mitleidet."

zu Mitgefühl:
"Wenn du aber mitfühlst, dann wird das etwas anderes aufzeigen. Du sagst damit: Bruder, ich weiß, wie du dich jetzt fühlst, aber du irrst dich. Du bist nur von deinem Glauben abgekommen und du fühlst jetzt Trennung. Du fühlst dich allein mit deinem Schmerz, aber ich helfe dir nicht damit, wenn ich versuche, dir die Hälfte deines Leidens abzunehmen. Das ist unmöglich und wird dich nur noch mehr von deinem Leid überzeugen."


Tja, das drückt genau das aus, was ich derzeit zu diesem Thema denke.
Kommentare herzlichst erbeten.

Gruß von Hannes

Danke von:


simi

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Mitleid und Mitgefühl
« Antwort #1 am: 06. September, 2011 18:22:30 »
Hallo Hannes,
Ich finde beide Definitionen Klasse ! Meine Frage wär dazu nur : Wie drücke ich es aus mit dem Mitgefühl ?
 Still sein und dem Anderen `Raum` geben ?
Versuchen, ein freudiges Thema anzufangen ??
Ich finde das schwer, weil in der Welt eine bestimmte Reaktion erwartet wird und auch in Therapien wird doch das Ausleben der negativen Gefühle gefordert....
Im Alltag geht das oft soo schnell, das ich genug damit zu tun habe mich an den HG zu erinnern und mal ruhig zu sein  .:redface:

Danke von:


Offline Hannes

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Mitleid und Mitgefühl
« Antwort #2 am: 06. September, 2011 18:32:55 »
Karo hat einen wunderschönen Beitrag in Gregors Forum geschrieben, in dem beispielhaft an Bauchschmerzen beschrieben ist, wie sich unser Mitgefühl äußern kann.

Kapitel 15.VI

Offline Susanne

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Mitleid und Mitgefühl
« Antwort #3 am: 06. September, 2011 19:07:33 »
Liebe Simi,

es geht nur um dich. Ist etwas, das gerade in Situationen wo es wieder nach Außen zu gehen scheint, wichtig zu erinnern.
Unsere Aufgabe ist es, das Wunder beginnen zu lassen, wir sind nicht dafür verantwortlich wie und wo es wirkt.

Als Beispiel: Wenn du im Wartezimmer beim Arzt sitzt und du hörst eine ganz schreckliche Krankengeschichte und dein Gegenüber scheint eine Antwort zu erwarten, dann  kannst du, bevor du reagierst, kurz inne halten, den Heiligen Geist um Hilfe zur Erinnerung bitten, und dann tun was du tust. Zur Erinnerung daran, dass es sich um eine Illusion handelt.

Lieben Gruß
Susanne

Danke von:


simi

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Mitleid und Mitgefühl
« Antwort #4 am: 06. September, 2011 20:19:32 »
Vielen Dank ! Hat mir sehr geholfen !! Und mir bestätigt, daß ich hier und jetzt genau richtig bin:biggrin:

Danke von:


jutta

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Mitleid und Mitgefühl
« Antwort #5 am: 06. September, 2011 22:33:07 »
Zitat von: Hannes;1459
In Gregors Forum kam vor kurzer Zeit dieses Thema zur Sprache. Dabei wurde zum Teil die Meinung vertreten, dass der Kurs diese Begriffe annähernd synonym benutzt (bei Vergebung und Verzeihung hatte ich ja schon dieses Problem).

Nach meinem Verständnis - ohne mich an einzelne Textstellen zu klammern, eher aus dem Gesamteindruck (was aber wieder ein "Herüberholen" meiner alten Begriffsbestimmungen sein könnte), las ich aber einen deutlichen Unterschied heraus, der vom Mitleid abrät, das Mitgefühl aber wärmstens empfiehlt.

Heute stieß ich in "Die Rose" von U. Michalschek (S. 67) auf zwei mir daher sehr sympathische Definitionen, die ich hier einfach mal als Gesprächsgrundlage einstellen möchte.


zu Mitleid:
"Was ist schlimm daran, dass es mir weh tut, wenn ich manche Menschen leiden sehe? Ich sehe daran nichts Falsches.
Es ist falsch, mein Bruder. Weil du damit zugibst, dass du an dieses Leid glaubst. Dieses Leid existiert in Wirklichkeit aber gar nicht und es ist egal, um was es dabei geht. (...) Wie schwerwiegend das Ereignis auch ist, es ist nicht wirklich geschehen. Hört auf damit, euch von dieser Illusion blenden zu lassen und nichts anderes tut ihr, wenn ihr leidet oder auch nur mitleidet."

zu Mitgefühl:
"Wenn du aber mitfühlst, dann wird das etwas anderes aufzeigen. Du sagst damit: Bruder, ich weiß, wie du dich jetzt fühlst, aber du irrst dich. Du bist nur von deinem Glauben abgekommen und du fühlst jetzt Trennung. Du fühlst dich allein mit deinem Schmerz, aber ich helfe dir nicht damit, wenn ich versuche, dir die Hälfte deines Leidens abzunehmen. Das ist unmöglich und wird dich nur noch mehr von deinem Leid überzeugen."


Tja, das drückt genau das aus, was ich derzeit zu diesem Thema denke.
Kommentare herzlichst erbeten.

Gruß von Hannes


Lieber Hannes,
das hast Du wunderschön geschrieben, ich habs mir gleich rüberkopiert und ausgedruckt. Da kann man sich gar nicht oft genug dran erinnern.
Der Satz: mein Bruder, Du irrst Dich oder auch ich irre mich hat mir sowieso schon in vielen Situationen weitergeholfen. Am Anfang war ich mir zwar nicht sicher, ob ich das so benutzen soll, weil es ja eigentlich immer nur um meinen Geist geht, der zu heilen ist. Aber irgendwo im Kurs steht das sogar ganz klar drin, ich weiß bloß nicht mehr wo.

LG Jutta

Danke von: