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Thema: Grenzen der Vergebung  (Gelesen 482 mal)

Offline Dieter

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Grenzen der Vergebung
« am: 17. März, 2019 21:24:49 »
Hallo Ihr lieben, ich melde mich mal wieder und habe etwas auf dem Herzen. Mein Sohn ist jetzt 13 und die Hormone haben ihn fest im Griff. Das ganze Programm: Lügen, faul in der Schule, unzuverlässig, launisch, vergisst vieles usw. Häufig kommt es zu Streit zwischen mir und meiner Frau usw. In den letzten Jahrzehnten habe ich gelernt mit dem Kurs, was Vergebung bedeutet und versuche die Barrieren vor der Liebe, die ich täglich erkenne zu überwinden. Aber ich habe gemerkt, dass meine Nerven nach 25 Jahre Förderschullehrer wohl nicht mehr die geduldigsten sind. Häufig ist es mir zu Hause zu laut und ich schaffe es nicht meinen Frieden in mir zu finden. Johannes hat mir mal gesagt, dass der Frieden immer da ist, auch im größten und lautesten Krawall, aber ich habe das Gefühl,  dass hier an meine Grenzen geraten bin. Gespräche mit meiner Frau führen meist zu Missverständnissen und wir streiten dann häufig. Meine Versuche still zu werden im Geiste sind immer schnell vergessen, wenn die Konflikte wieder im Haus beginnen. Schule und Familie mit Pubertät scheine ich nicht in den Griff zu kriegen. Dann sage ich mir hier ist nichts wirklich wichtig. Nur Liebe ist wirklich und es geht mir wieder besser, bis zum nächsten Konflikt. Ich bin dann der Überzeugung, dass mein Frau zu schnell laut wird und meinen Sohn häufig angreift und nicht erzieht. Also ich urteile da sehr oft, weil es ja mein Beruf ist mit Kids in dem Alter umzugehen. Und so dreh ich mich irgendwie im Kreis und seh mal wieder die wohl ganz einfache Antwort: Vergebung. Aber irgendwie im Alltag momentan schwierig umzusetzen.

Offline Veronika

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Re: Grenzen der Vergebung
« Antwort #1 am: 18. März, 2019 08:41:42 »
Danke Dieter für deinen Beitrag. Er ist sehr hilfreich für uns. Kämpfen wir doch alle von Zeit zu Zeit mit irgendwas! Und es sind immer diese Grenzen gegen die wir ankämpfen. Warum? Weil wir grenzenlos erschaffen worden sind von unserem VATER. Diese Erinnerung ist in uns und dieses Streben danach fordert uns heraus, unsere selbstauferlegten Grenzen zu sprengen...
Darf ich dir ein "Bild" geben, welches ich aus deinen Worten empfangen habe? Du schreibst, du hast das Gefühl, dass du hier an deine Grenze geraten bist und dass du dich irgendwie im Kreis drehst. Du bist unzufrieden mit Mutter und Kind.
Ich sehe ein "Bild von dir" in der Gebärmutter, alles ist eng und du drehst dich im Kreis... bis du den Ausgang findest: Geburt bzw. Kapitel 30 im Kurs: Der Neubeginn!
Ich danke dir von Herzen und wünsche uns allen heute diesen Neubeginn!

 schm schm schm schm schm schm schm schm schm schm schm

Offline Jalila

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Re: Grenzen der Vergebung
« Antwort #2 am: 18. März, 2019 11:41:19 »
Hallo, lieber Dieter,
das kenne ich gut, was Du beschreibst, geht mir täglich so bei meiner Familie. Meine Eselsbrücke, um trotzdem Vergebung zu üben ist: ich gehe SOFORT raus aus der Situation (gedanklich oder körperlich, z. B. aufs Klo) das ist das STOPP, und sage mir den Tagesleitsatz, der heutige passt auch wunderbar: Ich habe ein Anrecht auf Wunder.
Dies kann alle paar Sekunden sein, sooft wie nötig! STOPP
Und noch eine hilfreiche Idee: Meine Familie spielt mir das Theater nur vor, damit ich meine Lektion lerne: Vergeben und glücklich sein! Wenn mir das einfällt - danke HG - muss ich immer lachen!
Danke für Deinen Beitrag, durch den ich mich an meine Funktion erinnere!  herz

Liebe Grüße an Dich, Du bist nicht allein!  :stop: :stop: :stop:
 herzaugen  liebherz  umarm2  :herzl:  herz
Jalila
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Offline Michael

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Re: Grenzen der Vergebung
« Antwort #3 am: 18. März, 2019 12:11:42 »
Und noch eine hilfreiche Idee: Meine Familie spielt mir das Theater nur vor, damit ich meine Lektion lerne: Vergeben und glücklich sein! Wenn mir das einfällt - danke HG - muss ich immer lachen!
Danke für Deinen Beitrag, durch den ich mich an meine Funktion erinnere!  herz

Zu diesem Super-Beispiel von Jalila passt auch eines der häufig unterschätzten Spiele, hier das Erlösungsspiel.

Michael
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Offline Jalila

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Re: Grenzen der Vergebung
« Antwort #4 am: 18. März, 2019 12:39:32 »
Ja, danke, Michael, das ist wirklich ein tolles Spiel, und es ist ja wirklich wahr, deshalb sind wir hier!

 :biggrin:  :herzl:  :welc:  :träum:  :danke:  :sonne:
Jalila
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Offline karin

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Re: Grenzen der Vergebung
« Antwort #5 am: 18. März, 2019 15:15:23 »
Hallo Ihr lieben, ich melde mich mal wieder und habe etwas auf dem Herzen. Mein Sohn ist jetzt 13 und die Hormone haben ihn fest im Griff. Das ganze Programm: Lügen, faul in der Schule, unzuverlässig, launisch, vergisst vieles usw. Häufig kommt es zu Streit zwischen mir und meiner Frau usw. In den letzten Jahrzehnten habe ich gelernt mit dem Kurs, was Vergebung bedeutet und versuche die Barrieren vor der Liebe, die ich täglich erkenne zu überwinden. Aber ich habe gemerkt, dass meine Nerven nach 25 Jahre Förderschullehrer wohl nicht mehr die geduldigsten sind. Häufig ist es mir zu Hause zu laut und ich schaffe es nicht meinen Frieden in mir zu finden. Johannes hat mir mal gesagt, dass der Frieden immer da ist, auch im größten und lautesten Krawall, aber ich habe das Gefühl,  dass hier an meine Grenzen geraten bin. Gespräche mit meiner Frau führen meist zu Missverständnissen und wir streiten dann häufig. Meine Versuche still zu werden im Geiste sind immer schnell vergessen, wenn die Konflikte wieder im Haus beginnen. Schule und Familie mit Pubertät scheine ich nicht in den Griff zu kriegen. Dann sage ich mir hier ist nichts wirklich wichtig. Nur Liebe ist wirklich und es geht mir wieder besser, bis zum nächsten Konflikt. Ich bin dann der Überzeugung, dass mein Frau zu schnell laut wird und meinen Sohn häufig angreift und nicht erzieht. Also ich urteile da sehr oft, weil es ja mein Beruf ist mit Kids in dem Alter umzugehen. Und so dreh ich mich irgendwie im Kreis und seh mal wieder die wohl ganz einfache Antwort: Vergebung. Aber irgendwie im Alltag momentan schwierig umzusetzen.

Lieber Dieter,

pubertierende Kinder können voller widerstreitender Gefühle sein. Sie wollen sich schon von den Eltern befreien, sehen aber noch keinen Weg dafür.

Wir haben unsere Kinder damals gefragt, welche Ziele sie für ihr Leben haben und was sie tun wollen, um in diese Richtung zu gehen und haben ihnen vermittelt, dass wir sie unterstützen, wenn sie es wollen.
Sie durften auch kein Ziel haben. Ohne Druck von unserer Seite, konnten sie besser nachfühlen, wie es ihnen geht und ob sie etwas wollen und was sie wollen. Sie sind nicht Feuerwehrfrau und Profisportler geworden, wie sie es damals dachten, haben sich aber immer wieder etwas vorgenommen und es verfolgt und haben uns wissen lassen, welche Unterstützung sie dafür brauchen.
Wichtig für uns alle war, dass wir gemeinsam überlegten, welche Konsequenzen ihre Entscheidungen für sie haben können.
 :meet:

Hilfreich war damals auch, dass wir ihnen sagten, dass es sein kann, dass wir sie nerven, einfach weil sie noch von uns abhängig sind, und dass wir das vertragen können. Wir lieben sie, so oder so. Außerdem wurde es für sie offensichtlich, dass wir uns für ihre Unabhängigkeit von uns einsetzten.
Spannungen hat es trotzdem hin und wieder gegeben, aber wir haben schnell zur Grundhaltung zurückgefunden: Sie sind frei und wir bereit, sie zu unterstützen.



Lieber Dieter,
du hast den Kurs bereits gelernt und fühlst die Freiheit.
Doch du scheinst nicht ohne Begrenzungen zu sein, damit wir gemeinsam erkennen können, dass sie nicht existieren. Wir wollen gemeinsam erleben, dass GOTTES SOHN nicht begrenzt sein kann.

Du bist GOTTES SOHN. DU kannst beim Lernen von Vergebung nicht versagen, weil Vergebung für SEINEN SOHN kein Thema ist.
DU scheinst DICH nur für die SÜHNE zur Verfügung zu stellen, bis wir alle erkennen, dass WIR keine Vergebung brauchen.
Begrenzungen sind nur Schein und Mittel zum Zweck. Nehmen wir sie nicht persönlich, denn WIR leben nicht hier.

Am Schlachtfeld ruft alles nach Lösungen. Ich scheine hier immer mitten im Kriegsgetümmel zu stehen, auch wenn es manchmal nach Waffenstillstand aussieht. Dem ist nicht zu trauen. Waffenstillstand ist noch kein Frieden und keine Erlösung. Manchmal ist das Kriegsgetöse lauter, manchmal leiser, manchmal still, aber wir sind auf einem Schlachtfeld immer in einer, vor einer oder nach einer kriegerischen Handlung. Etwas anderes zu erwarten, ist unvernünftig. Wenn wir das alles nicht mehr wollen, müssen wir das Schlachtfeld verlassen. Und das geht nur mit IHM, denn ER lässt uns erkennen, dass wir darin nicht versagen können.

Ich unterstehe SEINEN GESETZEN, die Liebe und Frieden für mich beinhalten. Die Gesetze des Schlachtfeldes, die ich mir selbst ausgedacht zu haben scheine, kann ich befolgen oder nicht befolgen, mit allen dazugehörigen scheinbaren Konsequenzen. Wozu bin ich in jeder meiner Situationen bereit? Wozu bin ich nicht bereit? Wo liegen meine selbst festgelegten Grenzen?

Wenn ich mit IHM alles erlöst habe, dann löse ich am Schlachtfeld alles in dem Bewusstsein, dass es ein Drehbuchgeschehen ist. Ich konzentriere mich nicht auf gewisse Details und nehme sie persönlich, sondern erweitere meine Sichtweise und erkenne größere Zusammenhänge: Wir scheinen alles vereinbart zu haben. Ich gewinne Abstand zu allem auf dem Schlachtfeld, zu allem, was wir zu tun und einander anzutun scheinen, und verwandle mit IHM das Kanonenfutter in Vergebungsfutter, damit ich die Liebe und den Frieden wieder fühle.

Kurz nach dem Unfall von Johannes, als ich überall und besonders in unserer Straße, täglich mehrere weiße Kleinlaster sah und innerlich den Unfallhergang immer wieder abspulte, begann ich mich auf die Drehbuch-Idee zu konzentrieren und nicht mehr auf die, für mich unfassbaren und schmerzhaften Details.

Lieber Dieter, ist es dir möglich, dich vorübergehend in eine stillere Ecke des Schlachtfeldes zu begeben, damit du dich gemeinsam mit IHM wieder sammeln kannst?






 herz Karin



Offline Melanie

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Re: Grenzen der Vergebung
« Antwort #6 am: 18. März, 2019 21:06:38 »
Danke Dieter, dass du deine Situation mit uns teilst.
Es ist eine Situation die scheinbar Vergebung verlangt.
Eine Situation in der wir unser Anrecht auf Wunder geltend machen können.
In all diesen Situationen können wir nur um ein Wunder bitten.

„Bitte HEILIGER GEIST hilf mir.
Ich weiß in dieser Situation nicht weiter.
Ich gebe auf.
Ich gebe diese Situation frei.
Ich übergebe sie dir.
Vollkommen.
Jeder Ausgang ist mir recht.
Ich gebe die Kontrolle ab.
Ich übergebe dir die Führung in dieser Situation.
Erlöse mich aus dieser Situation.“

herz herz herz

Danke von:


Offline Dieter

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Re: Grenzen der Vergebung
« Antwort #7 am: 18. März, 2019 21:28:53 »
Hallo Ihr Lieben danke für die Erinnerung und die unterstützenden Worte. Einen stillen Platz um zur Ruhe zu kommen kann ich nicht immer finden. Wir sitzen im Wohnzimmer und meine Frau geht hoch, keine 10 Minuten her, plötzlich lautes rumsen, es wird laut, meine Frau kommt runter und sagt Noah hat sie geschubst ... ich könnte jetzt weitere Details erzählen, aber ich bin schon mal dank Stoppschild nicht in die Situation mit eingestiegen. Ich sitze, während meine Frau eine der zahlreichen Schlichtungsgespräche mit Noah führt hier und besinne mich, und lese was ihr schreibt. Ja es ist mir wichtig, meine Familie, Frieden usw. deshalb werde ich mich weiterhin ruhig verhalten, ich hatte bisher einen sehr schönen Tag mit Noah, das Thema Schule vermeide ich im Moment, er ist alt genug sich um seine Hausaufgaben selbst zu kümmern, wenn er es nicht tut muss er die Konsequenzen tragen, war bei mir auch so. Er erzählt sowieso nur Lügengeschichten, wenn es beim Thema Schule unangenehm wird, also noch mehr Konfliktpotential entsteht. Wie auch immer. Als ich Euere Zeilen gelesen habe war mir umso klarer, dass ich jetzt nicht in diesen Kriegsschauplatz eingreifen werde. Den selben Krieg habe ich schon früher erlebt, mit meiner Mutter und meinen bildungsresistenten Brüdern, die passten auch nicht in das deutsche Schulsystem. Ich liebe meine Familie, ich fühle mich sehr wohl weil ich früher kein Stoppschild kannte, keine Möglichkeit bei mir zu bleiben. Aber jetzt kann ich es, auch wenn es mir nah geht, wenn sich meine zwei lieben aneinander reiben. Meine Schüler haben ähnliche Probleme, da habe ich heute spontan meinen Stundenplan geändert und wir haben viel geredet, mit Bildern das Klassenzimmer geschmückt, Tee getrunken, Sport für die Kids mit zu viel Energie und nach 6 Stunden waren alle ein wenig ausgeglichener und lächelten zufrieden, das war sehr schön. Ich bedanke mich noch mal bei Euch, es ist schön diese Verbindung! Ganz liebe Grüße aus dem (sehr kalten verregneten und windigen) Norden.  herz Dieter